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Kurzfassung
Heft 11:
Porenraumuntersuchungen ausgewählter Rotliegend Sandsteinproben
Norddeutschlands unter besonderer Berücksichtigung der Porengeometrie.
Claudia Bärle
Kurzfassung: An Rotliegend Sandsteinproben wurde der Einfluß der Fazies
und Diagenese auf die Porengeometrie untersucht. Für das Probenmaterial,
das aus einer nordwestdeutschen Erdgasbohrung und dem Flechtinger Höhenzug
stammt, sind vollständige Datensätze erstellt worden, die die verschiedenen
Aspekte des Porenraumaufbaus beschreiben.
In einer ersten Phase wurden an Dünnschliffserien unter Anwendung einer
halbautomatischen Bildanalyse, die mit dem Programm VIDS V ausgerüstet
ist, die individuellen Porendaten ermittelt (Durchmesser, Umfang, Formfaktor
etc.). Die geometrische Figurindividualanalyse hat ergeben, daß ein erhebliches
Spektrum an Porengeometrien in den Gesteinen vorliegt. Die anschließende
statistische Auswertung der geometrischen Maßzahlen zeigte jedoch, daß
unabhängig von der Formen- und Größenvielfalt deutliche Schwerpunkte in
der Porenraumkonstruktion vorhanden sind. Die Schwerpunkte beziehen sich
nicht auf einen numerischen Wert; dies kann in einem komplexen System
Porenraum nicht erwartet werden. Vielmehr umfassen sie, je nach Gestein,
bestimmte Wertebereiche, die auf ein dominantes Größen- bzw. Formenspektrum
im Gestein weisen. Die "Durchschnittspore" der Kernprobe A besitzt eine
Fläche von 0-200 µm², einen Durchmesser von 40-60 µm, einen Umfang zwischen
50 und 150 µm und eine Länge der größten Ausdehnung von 10-70µm. In der
Gesteinsprobe Flechtingen dominieren Porenflächen von 0-150µm², Durchmesser
von 0-20 µm, Umfänge zwischen 50 und 125 µm und Längen der größten Ausdehnung
zwischen 40 und 60 µm.
Der Porenraumaufbau unterliegt demnach statistischen Gesetzmäßigkeiten,
an Hand derer er beschrieben werden kann. Auf Grund ähnlicher Sedimentationsverhältnisse
kann die unterschiedlich erfahrene Diagenese für die deutlich voneinander
abweichenden Datensätze und daher Porenausbildungen verantwortlich gemacht
werden. Sie stellt somit das wesentliche, porenraumprägende Element dar.
Um die statistische Information zu veranschaulichen und die Differenzen
in der Porenraumkonstruktion der beiden Proben zu illustrieren, wurden
Porenraummodelle erstellt. Die ausgewählte Methode der dreidimensionalen
Porenraumrekonstruktion ist aus der Medizin bekannt. Dort wird sie zum
Studium des Organaufbaus herangezogen. Der Porenraum wird in der vorliegenden
Arbeit durch rechnergestützte Verarbeitung von Photographieserien mittels
des CAD-Programms AutoCad dargestellt. Das Ergebnis dieser Auswertung
ist auf der einen Seite das Modell eines vielschichtigen, komplexen Speichergesteins
mit entsprechend wechselndem Produktionsverhalten, gegenüber einem vorwiegend
zu Bauzwecken genutztem Sandstein mit deutlich reduziertem, aber homogenen
Porenraumaufbau.
Die aus den Modellen und der bildanalytischen Auswertung nicht ermittelbaren
Angaben zur Mikroporosität, Poreneintrittsradienverteilung und der geophysikalischen
Größen wurde mittels Rasterelektronenmikroskopie-Aufnahmen bzw. Quecksilber-Penetrationstests
erhoben.
Veröffentlichung auf: deutsch
13.- € Heft
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