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Kurzfassung
Heft 12:
Geogene Arsenkonzentrationen in Keupergrundwässern Frankens/Bayern.
Gerold Heinrichs
Kurzfassung: Trinkwasser ist der wesentliche Aufnahmepfad von Arsen
für den Menschen. In Deutschland sind in verschiedenen Grundwasserregionen
erhöhte Arsenkonzentrationen (>5 µg/l) bekannt, die einen geogenen Ursprung
besitzen. Mit dem zunehmenden Qualitätsanspruch (Senkung des Grenzwertes
von 40 µg/l auf 10 µg/l) an das Trinkwasser werden diese Arsenkonzentrationen
für viele Wasserversorgungsunternehmen zu einem Problem. Im Grundwasser
des fränkischen Keuperbeckens sind erhöhte Arsenkonzentrationen auffallend
weit verbreitet und es treten sehr hohe Konzentrationen (>100 µg/l) auf.
Das Untersuchungsgebiet umfaßt die Bereiche des Mittleren und Oberen Keupers
westlich und nördlich der Fränkischen Alb. Hier wurden bei insgesamt 529
betrachteten Brunnen von 424 Brunnen (etwa 80 %) die Arsenkonzentrationen
ermittelt. Bei 37 % der Brunnen (158) lagen diese über 10 µg/l. Aus der
Lage der Brunnen und den jeweiligen Arsenkonzentrationen im Wasser wurde
mit einer Karte wahrscheinlicher Arsenkonzentrationen im Grundwasser des
Keupers die flächenhafte Verbreitung erhöhter Konzentrationen dargestellt.
Die Darstellung läßt niedrige Konzentrationen im Norden und Westen und
hohe Konzentrationen im Süden und Osten Mittelfrankens erkennen. Nördlich
und östlich von Nürnberg treten häufiger kleine Bereiche hervor, während
südlich und südöstlich größere Flächen betroffen sind. Südlich von Nürnberg
lassen sich auch arsenfreie Bereiche feststellen. Nördlich von Erlangen
und westlich von Fürth gehen die Arsenkonzentrationen gegen niedrige Werte
zurück. Die Entwicklung der Arsenkonzentrationen unter der Juraüberdeckung
nach Westen und Süden ist aufgrund fehlender Keuperwasseraufschlüsse nicht
bekannt. Mit hydrogeochemischen Arbeiten an ausgewählten Brunnenbohrungen
konnte Arsen im Gesteinsprofil, meist gebunden an feinklastische Sedimente,
in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen werden. Zwischen den Arsenanreicherungen
im Gestein und der Arsenführung des Grundwassers wurde ein Zusammenhang
festgestellt. Dreiwertiges Arsen konnte in den untersuchten Bohrungen
und Brunnen nicht nachgewiesen werden. In der Regel tritt Arsen im Grundwasser
des Keupers als 5-wertiges Arsenat auf. Die hydrogeochemischen Untersuchungen
legen den Schluß nahe, daß im fränkischen Keuperbecken regional unterschiedliche
Ursachen für die erhöhten Arsenkonzentrationen im Grundwasser verantwortlich
sind. In Keupererschließungen im Raum nördlich von Nürnberg ist das Auftreten
von erhöhten Arsenkonzentrationen häufig an tektonische Elemente gebunden
und geht einher mit einer höheren Gesamtmineralisation der Wässer. Dies
kann auf die Zuwanderung höher mineralisierter, arsenführender Tiefenwässer
hinweisen. Arsenursache können jedoch auch Gangmineralisationen sein,
die durch einen früher höher liegenden Mineralwasserspiegel entstanden
sind. Möglich ist auch eine Kombination beider Ursachen. Im Bereich des
Mittleren Keupers im Raum Schwabach, Roth und Spalt tritt Arsen flächenhaft
mit zum Teil hohen Konzentrationen auf. Ursächlich sind sedimentäre Anreicherungen
in den Aquifergesteinen des Mittleren Keupers. Ein regional bedeutsamer
Transport von Arsen im Grundwasser konnte nicht nachgewiesen werden. Im
Bereich des Albrandes, im Raum Gunzenhausen, Freystadt, Neumarkt i.d.Opf.,
treten Feuerletten und Rhätolias als arsenführende Gesteine neben die
tw. arsenführenden Aquifergesteine des Keupers. Im Bereich der Malmüberdeckung
sind zwei Grundwasserstockwerke ausgebildet. Wasser, welches aus dem oberen
Grundwasserstockwerk nach unten sickert, kann in den Zwischenschichten
Arsen lösen und den liegenden Keuperaquiferen zuführen. Lösungsversuche
zeigten, daß das Arsen sowohl in relativ leicht löslichen adsorptiven
Bindungen, in hydroxidischen Bindungen und in schwer löslichen sulfidischen
Bindungen im Gestein vorliegt. Die verschiedenen Bindungsformen lassen
sich durch unterschiedliche Milieubedingungen während der Sedimentation
und Frühdiagenese erklären.
Veröffentlichung auf: deutsch
16.- € Heft
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