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Zusammenfassung
Heft 23:
MVA-Schlacke - ein anthropogenes Sediment; bodenphysikalische
und hydrochemische Untersuchungen
Manuela Wimmer
Zusammenfassung: Schlacken aus Hausmüllverbrennungsanlagen
sind in vielerlei Hinsicht einem natürlichen Sediment vergleichbar.
Aufgrund ihrer sehr heterogenen Beschaffenheit sind sowohl bei der Bestimmung
bodenphysikalischer Parameter als auch bei hydrochemischen Untersuchungen
viele Einzelanalysen notwendig. Unter Berücksichtigung statistischer
Mittelwerte, Minimal- und Maximalwerte kann Schlacke und ihr Verhalten
charakterisiert werden.
Das Elutionsverhalten von Schlacke wurde mit Reihenelutionen (10 Elutionen
hintereinander geschaltet) und das des Ablagerungssystems natürliches
Gesteinsmaterial - Schlacke - natürliches Gesteinsmaterial mit
Reihenelutionen in Kaskadenform im Zeitraffeffekt simuliert. Es wurden
Schlacken mit einer Altersdifferenz von bis zu 3 Jahren aus 2 verschiedenen
Müllverbrennungsanlagen untersucht.Anhand dieser Untersuchungen
wird keine Abhängigkeit des Elutionsverhalten der Schlacke vom
Schlackealter oder von der Herkunft der Schlacke bestätigt.
Die Ergebnisse der Feststoffanalysen der Schlacke harmonieren mit den
in der Literatur publizierten Daten. Korrelationsanalysen aller zur
Verfügung stehenden Daten zeigen, daß viele Schwermetalle
miteinander positiv oder negativ signifikant korrelieren, jedoch ohne
erkennbare Systematik. Dies wird auf die Heterogenität der Schlacke
zurückgeführt.
Die Konzentrationen, die aus der Schlacke des Monolysimeters (Lysimeter,
das ausschließlich mit Schlacke beschickt ist) gelöst wurden,
lagen für alle Elemente um bis zu einer Zehnerpotenz über
den Werten der Elutionen. Dies beruht auf dem im Lysimeter höheren
Feststoff-Flüssigkeits-Verhältnis. Das Lösungsverhalten
der Schlacke des Kombilysimeters (Lysimeter, das mit natürlichem
Gesteinsmaterial und Schlacke beschickt ist), gleicht dem der Schlacke
des Monolysimeters. Die Werte sind annähernd vergleichbar, obwohl
die Mächtigkeit der Schlacke im Monolysimeter ca. 3 mal höher
ist als im Kombilysimeter. Mit zunehmender Schlackemächtigkeit
steigen die Konzentrationen der gelösten Elemente. Das Verhältnis
ist jedoch nicht linear. Das Fixierungsverhalten der Elemente des Sickerwassers
in der Basisschicht des Kombilysimeters (natürliches Gesteinsmaterial)
ist dem der Reihenelution vergleichbar.
Aufgrund der Ergebnisse der Elutionsreihen kann eine Ablagerung der
Schlacke im Naturraum unter Berücksichtigung der geogenen Situation
des Ablagerungsraumes empfohlen werden. Die Ergebnisse der Laborlysimeterversuche
zeigen jedoch gerade bei der Lösung von Kationen und Anionen aus
der Schlacke Konzentrationen, die bis zu einer Zehnerpotenz über
den Werten der Elutionen liegen. Somit ist vor der Ablagerung der Schlacke
ein bestimmter Standard anzustreben. Die Ergebnisse der Reihenelutionen
zeigen, daß eine Lößdeckschicht bei einer Schlackeablagerung
die Konzentrationen der gelösten Stoffe verringert. Löß
ist aufgrund seiner hohen Fixierungsfähigkeit insbesondere gegenüber
Schwermetallen gut als Basisschicht in einer Schlackeablagerung geeignet.
Ob die Fixierung der Ionen und Schwermetalle in Löß reversibel
ist, soll in weiterführenden Untersuchungen ermittelt werden.
Veröffentlichung auf: deutsch
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