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Zusammenfassung
Heft 32:
Grundwasserneubildung im Einzugsgebiet des Ouham, Zentralafrikanische
Republik
Ariane Borgstedt
Kurzfassung: Ziel dieser Arbeit war es, die Grundwasserneubildung
im Einzugsgebiet des Ouham mit den vorhandenen zum Teil sehr lückenhaften
Daten zu bestimmen. Hierbei sollten unterschiedliche Methoden in der wechselfeuchten,
subtropischen Klimazone verglichen und bewertet werden. Das Arbeitsgebiet
umfasst das Einzugsgebiet des Oberlaufes des Ouham, eines Flusses im Nordwesten
der Zentralafrikanischen Republik. Das hier untersuchte Flussnetz gehört
zum Einzugsgebiet des Chari und fließt dem abflusslosen Tschadbecken
zu. Das Einzugsgebiet des Ouham liegt in der sahel-sudanischen Klimazone.
Zwischen November und März bzw. April herrschen hier trockene Nordostwinde
vor, d.h. messbarer Oberflächenabfluss findet in der Trockenzeit
lediglich in den Flüssen erster Ordnung statt. Von Mai bis Oktober
bestimmen feuchte Südwestwinde das Wetter, es bilden sich zusätzlich
zu den Abflüssen erster Ordnung Abflüsse dort, wo es Morphologie
und Bodenverhältnisse zulassen. Das Abflussverhalten des Ouham wird
im Untersuchungsgebiet an fünf Flusspegeln gemessen. Die größten
Abflussspenden treten im Westen auf, mit der Abnahme des Niederschlags
nach Osten nimmt auch die Abflussspende der einzelnen Einzugsgebiete ab.
Die maximalen Abflussmengen der einzelnen Pegel werden in den westlicheren
Teileinzugsgebieten im September gemessen, in den östlicheren Teileinzugsgebieten
erstreckt sich das Maximum über September und Oktober bzw. Oktober.
Der Niederschlag nimmt von Südwesten nach Nordosten kontinuierlich
ab, dieser allgemeine Trend wird durch die Steigungsregen am Massiv von
Bakoré modifiziert. Niederschlagsreiche Jahre sind
1951 bis 1952, 1954 bis 1955, 1957, 1960, 1962, 1963 und 1969, ausgeprägt
niederschlagsarme Jahre sind 1972, 1973, 1977, 1982 bis 1984 und 1986
bis 1987. Das Untersuchungsgebiet besteht zum größten Teil
aus einem proterozoischen Granit-Gneis-Sockel, der im äußersten
Südwesten von mesozoischen Sandsteinen bedeckt ist. Das gesamte Grundgebirge
ist von einer Vielzahl von Störungen durchzogen, deren Hauptstörungsrichtung
Nordwest Südost, bzw. senkrecht dazu verläuft. Innerhalb
großer Störungs- und Intrusionsbereiche ist das Gestein stärker
geklüftet. Die Grundwasserneubildung wurde mit unterschiedlichen
Methoden berechnet, zum erst auf der Basis von Abflussdaten nach drei
unterschiedlichen Verfahren (WUNDT, KILLE, MAILLET), dann mit der Wasserhaushaltsgleichung
und durch eine Modellierung der Wasserbilanz mit dem Programm MODBIL .
Die ermittelten unterirdischen Abflüsse differieren deutlich. Am
höchsten sind die Abflussmengen nach WUNDT, am niedrigsten sind die
nach MAILLET berechneten. Für das Einzugs¬gebiet des Ouham, mit
der vorhandenen, im Westen deutlich ausgeprägten Topo¬graphie
und den heftigen schub¬weise erfolgenden Niederschlägen, wurde
die nach KILLE ermittelten Grundwasserneubildungsraten als realistisch
gegenüber den Grundwasserneubildungsraten nach WUNDT angesehen. Die
Grundwasserneubildung nimmt aufgrund des unterschiedlichen Wasserdargebotes
von Westen nach Osten ab, im Westen werden in niederschlagsreichen Jahren
150 mm/Jahr, während es im Osten lediglich 79 mm/Jahr sind. In niederschlagsarmen
Jahren nimmt die Grundwasserneubildung von 106 mm/Jahr im Westen auf 64
mm/Jahr im Osten ab. Nach MAILLET wird eine Grundwasserneubildungsrate
von 50 mm/Jahr im Westen und 26 mm/Jahr im Osten berechnet, sie stellt
ein Mindestmaß an Grundwasserneubildung dar. Die Bestimmung der
Grundwasserneubildung mit der Wasserhaushaltsgleichung wurde als Plausibilitätskontrolle
der aus Abflussdaten ermittelten Werte durchgeführt. Die ermittelten
Grundwasserneubildungsraten liegen deutlich über denen nach dem Verfahren
von KILLE und MAILLET berechneten. In einem weiteren Verfahren wurde die
Berechnung der Grundwasserneubildung durch Modellierung der Wasser¬bilanz
mit dem Programm MODBIL durchgeführt. Hierbei werden vorhandene Punktdaten
wie Niederschlag, Temperatur und Verdunstung mit primär existierenden
Raumdaten wie Topographie, Morphologie, Landnutzung und Geologie in Raumdaten
umgewandelt und auf Grundlage des Bodenwasserhaushaltes die aktuelle Verdunstung,
der Abfluss und die Grundwasserneubildung berechnet. Die berechneten Mittelwerte
von effektivem Niederschlag, potentieller und aktueller Verdunstung der
einzelnen Teileinzugsgebiete lassen einen deutlichen West-Ost-Trend erkennen.
Der höchste effektive Niederschlag fällt im westlichsten Einzugsgebiet
und nimmt weiter nach Osten weiter ab. Potentielle und aktuelle Verdunstung
nehmen von Westen nach Osten zu, wobei bei der aktuellen Verdunstung dieser
Trend nicht sehr stark ausgeprägt ist. Das mittlere Abflussverhalten
der Teileinzugsgebiete folgt keinem deutlichen West-Ost-Trend. Im Gegensatz
dazu nimmt die Grundwasserneubildung von Westen nach Osten ab.
Veröffentlichung auf: deutsch
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